Ein gutes Gewissen kostet

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“, reimte einst der Dominikaner und Ablassprediger Johann Tetzel. Wer bereit sei, Geld auf den Tisch zu legen, könne sich demnach von all seinen Sünden reinwaschen. Zwar wurde solch ein kirchliche Ablasshandel schon 1562 verboten. Doch ist das Prinzip, sich selbst per Geldzahlung ein reines Gewissen zu sichern, außerhalb der Kirche heutzutage durchaus noch weit verbreitet. So können sich beispielsweise Vereinsmitglieder von der Verpflichtung freikaufen, gemeinnützige Arbeiten verrichten zu müssen. Unternehmen wiederum umgehen auf diese Weise Regelungen, wonach sie eine vorgeschriebene Anzahl von Ausbildungs- oder Behindertenarbeitsplätzen bereithalten müssen. Und Paragraph 153a der Strafprozessordnung ermöglicht unter bestimmten Umständen sogar, mithilfe von Geld einer Strafverfolgung zu entkommen. Was macht dies alles mit uns — nicht nur als einzelnen Bürgern, sondern auch als Gesellschaft? Über dieses Thema bereite ich für Deutschlandfunk Kultur ein 30-minütiges Feature vor. Sendetermin wird voraussichtlich im vierten Quartal 2021 sein.