Ausverkauf der Einkaufsmeile

Mieter und Vermieter begegnen sich bei Verträgen zu Gewerbeflächen auf Augenhöhe – theoretisch. Tatsächlich sorgt die weitgehende Vertragsfreiheit dafür, dass es kaum gesetzliche Vorgaben gibt. Miethöhe und Dauer des Vertrags etwa können völlig frei verhandelt werden. Und gewerbliche Mieter genießen selbst bei einem unbefristeten Mietverhältnis keinen Kündigungsschutz. Das führt vor allem in Großstädten dazu, dass die Mieten für Läden und Büros steigen. Die Gewerbetreibenden müssen sie akzeptieren – oder sich neue Flächen suchen. Weil die Verträge das Risiko für betriebsbezogene Einschränkungen allein dem Mieter auferlegen, hat der Corona-Lockdown viele Gewerbetreibende in Existenznöte gebracht. Droht eine Verödung selbst bester Innenstadtlagen? In einem Wirtschaftseature für Deutschlandfunk Kultur werde ich das Thema näher erörtern.

 

Sendetermin : Dienstag, 15.12.2020, 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur.

World of Bookcraft

2019 überschritt der Markt für Computerspiele in Deutschland erstmals die Grenze von sechs Milliarden Euro Umsatz — im Vergleich zum Vorjahr ein Zuwachs um sechs Prozent. Für die Buchbranche werden die mittlerweile 34 Millionen Menschen, die sich hierzulande regelmäßig per Konsole, PC oder Smartphone in digitalen Spielewelten tummeln, zu einer immer lukrativeren Zielgruppe. So erreichen Titel aus der Sparte „Roman zum Spiel“ mitunter enorme Auflagenzahlen, manche Autoren haben sich sogar auf dieses Genre spezialisiert. Dabei sind Game-Romane — bei denen die Grenzen zwischen klassischer Science-Fiction-, Fantasy- oder Thriller-Literatur oft ineinanderfließen —nicht selten besser als ihr Ruf. Auf der anderen Seite freuen sich Computerspiele-Entwickler, wenn sie auf eine erfolgreiche literarische Vorlage zurückgreifen können, anstatt sich mit enormem technischem und personellem Aufwand komplett neue Inhalte ausdenken zu müssen. Kein Wunder also, dass der entsprechende Lizenzhandel auf Branchentreffen wie der Frankfurter Buchmesse oder der Kölner Games Con mittlerweile zum Alltag gehört.

 

Sendetermin war Freitag, der 6. November, auf Deutschlandfunk Kultur. Die Sendung lässt sich nach wie vor hier anhören und auch herunterladen.

Das Müllionengeschäft

Seit 2005 werden Wertstoffe wie Altpapier, Altglas, Verpackungen und Bioabfall in Deutschland verstärkt getrennt erfasst und überwiegend stofflich verwertet, also recycelt. Das schont Rohstoffe, vermindert den Einsatz von Primärenergie und trägt durch die reduzierten Kohlendioxid-Emissionen zum Klimaschutz bei. Von den im Bundesdurchschnitt 455 Kilogramm Hausmüll pro Kopf wurden zuletzt rund 95 Prozent recycelt. Dass es sich insgesamt um einen lukrativen Markt handeln muss, belegt unter anderem die Tatsache, dass der „Grüne Punkt“ seine zuvor 30 Jahre lang gehaltene Position als größtes duales System in Deutschland vor kurzem an einen französischen Mitbewerber abgeben musste. Was aber passiert eigentlich genau mit all den eingesammelten Wertstoffen — und wer verdient auf welche Weise an diesem offensichtlichen „Müllionengeschäft“? Mein Wirtschaftsfeature blickt hinter die Kulissen des Wertstoff-Recyclings und zeigt auch, dass manche Unternehmen auf diesem Sektor vor kriminellen Machenschaften offenbar nicht zurückschrecken.

 

Sendetermin war Dienstag, der 30. Juni 2020, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature kann hier noch gehört und heruntergeladen werden.

Charakter in einer Welt jenseits von Zeit

Charles Dickens (1812-1870) war eine Art Popstar des viktorianischen Zeitalters: Der überwältigende Erfolg seiner Romane wie „Oliver Twist“ oder „David Copperfield“ führte dazu, dass der Schriftsteller bereits als 30-Jähriger von Kritikern wie Lesern gleichermaßen gefeiert und bei öffentlichen Auftritten von Menschenmengen bedrängt wurde. Dies scheint umso erstaunlicher, als Dickens bereits als Kind zeitweise arbeiten gehen musste, um die eigene Familie finanziell zu unterstützen. Nach ersten Tätigkeiten als Parlaments-Stenograph und Reporter startete das Schreibtalent seine literarische Karriere zunächst mit humorvollen Alltags-Skizzen. Die „Pickwick Papers“ läuteten ab 1836 dann Dickens‘ rasanten Aufstieg zu Weltruhm ein. Anlässlich des 150. Todestages des Autors habe ich für den Deutschlandfunk eine "Lange Nacht" über Charles Dickens geschrieben. Darin hinterfrage ich unter anderem, was die Faszination der Dicken‘schen Werke ausmacht, wieviel Autobiografisches in ihnen enthalten ist — und weshalb es sich nach wie vor lohnt, diese Klassiker zu lesen.

 

Sendetermin war Samstag, der 6. Juni 2020, um 00.05 Uhr auf Deutschlandfunk Kultur. Auf Wunsch teile ich das Passwort für den Download-Bereich meiner Website mit. Dort sind die drei Stunden als mp3 hinterlegt.

Lizenz zum Schreiben

James Bond, britischer Geheimagent 007 mit der „Lizenz zum Töten“, ist vor allem durch die Verfilmungen mit Sean Connery, Roger Moore & Co. längst zu einer Ikone des 20. und auch 21. Jahrhunderts geworden. Doch nur wenige Menschen wissen, dass Bonds Geburt nicht erst 1962 (mit „Dr. No“) auf der Kinoleinwand stattfand, sondern bereits 1953 zwischen zwei Buchdeckeln: Ian Flemings „Casino Royale“ erschien damals beim Londoner Verlag Jonathan Cape. Dieser und die nachfolgenden Bond-Romane bescherten Autor und Verleger Einnahmen ungeahnten Ausmaßes. Nach Flemings Tod 1964 drohte James Bond als Romanheld aus dem Bewusstsein der lesenden Öffentlichkeit zu verschwinden. Darum beauftragen dessen Erben bis heute verschiedene Autoren, weitere Thriller rund um den Geheimagenten zu schreiben. Nicht zuletzt dadurch beträgt die verkaufte Gesamtauflage der Bond-Reihe inzwischen weltweit 150 Millionen Exemplare.

 

Sendetermin war Freitag, der 17. April 2020, auf Deutschlandfunk Kultur. Die Sendung ist per Stream und Download nach wie vor hier verfügbar.

Die mit den Pfunden wuchern

Dicke Menschen werden häufig mit Ausgrenzung oder sogar Ablehnung konfrontiert. Auf dem Arbeitsmarkt haben sie schlechtere Karten und manchmal geht die Diskriminierung sogar über den Tod hinaus: Einzelne Kommunen erheben bei Beerdigungen Zusatzgebühren. Doch dicke Menschen nehmen die Zurückweisungen nicht länger hin.

 

„Body-Positivity“ bedeutet, seinen Körper so zu lieben wie er ist. Immer mehr Menschen setzen sich dafür ein. Die ursprünglich aus den USA stammende Size-Acceptance-Bewegung ermuntert dicke Menschen, das eigene Körpergewicht zu akzeptieren, ohne sich schuldig zu fühlen – und diese Haltung auch im Alltag selbstbewusst zu vertreten. Hierzulande macht sich seit einigen Jahren die „Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung“ für Dicke stark. Sie fordert unter anderem, dass das Antidiskriminierungsgesetz um einen Schutz für das Merkmal Gewicht erweitert wird. "Über das neue Selbstbewusstsein dicker Menschen" lautet der Untertitel meiner Sendung, die im Rahmen einer kleinen Reihe zum Thema "Körperlichkeit" läuft.

 

Sendetermin war Sonntag, der 1. März 2020, im Deutschlandfunk. Das Feature kann hier per Stream oder Download nachgehört werden.

Cash me if you can

Die Deutschen lieben Bargeld. So hat sich seit der Euro-Einführung 2002 die Menge der im Umlauf befindlichen Banknoten fast verdreifacht. Dennoch gerät das Bargeld immer stärker in die Defensive: Immer mehr europäische Länder verzichten auf Ein- und Zwei-Cent-Münzen, führen Obergrenzen für Barzahlungen ein oder diskutieren die Abschaffung von Geldscheinen mit hohem Nennwert — angeblich, um Geldwäsche und Schwarzgeld effektiver bekämpfen zu können. Zudem sind weltweit viele Varianten des elektronischen Zahlungsverkehrs auf dem Vormarsch: Kreditkarten, Bezahlen per Smartphone oder Fingerabdruck.

Dies hat dazu geführt, dass in Schweden inzwischen vier von fünf Bürgern fast alles per Karte bezahlen. Auch Großbritannien scheint sich auf dem Weg in eine bargeldlose Gesellschaft zu befinden. Hat das Bargeld überhaupt eine Zukunft? Darüber berichet meine Sendung, die am  17.12.2019 auf Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt wurde. Sie ist hier online per Stream und zum Download verfügbar.