Lizenz zum Schreiben

James Bond, britischer Geheimagent 007 mit der „Lizenz zum Töten“, ist vor allem durch die Verfilmungen mit Sean Connery, Roger Moore & Co. längst zu einer Ikone des 20. und auch 21. Jahrhunderts geworden. Doch nur wenige Menschen wissen, dass Bonds Geburt nicht erst 1962 (mit „Dr. No“) auf der Kinoleinwand stattfand, sondern bereits 1953 zwischen zwei Buchdeckeln: Ian Flemings „Casino Royale“ erschien damals beim Londoner Verlag Jonathan Cape. Dieser und die nachfolgenden Bond-Romane bescherten Autor und Verleger Einnahmen ungeahnten Ausmaßes. Nach Flemings Tod 1964 drohte James Bond als Romanheld aus dem Bewusstsein der lesenden Öffentlichkeit zu verschwinden. Darum beauftragen dessen Erben bis heute verschiedene Autoren, weitere Thriller rund um den Geheimagenten zu schreiben. Nicht zuletzt dadurch beträgt die verkaufte Gesamtauflage der Bond-Reihe inzwischen weltweit 150 Millionen Exemplare.

 

Sendetermin: Freitag, 1.Oktober 2021, auf Deutschlandfunk Kultur.

Ein gutes Gewissen kostet

„Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer springt“, reimte einst der Dominikaner und Ablassprediger Johann Tetzel. Wer bereit sei, Geld auf den Tisch zu legen, könne sich demnach von all seinen Sünden reinwaschen. Zwar wurde solch ein kirchliche Ablasshandel schon 1562 verboten. Doch ist das Prinzip, sich selbst per Geldzahlung ein reines Gewissen zu sichern, außerhalb der Kirche heutzutage durchaus noch weit verbreitet. So können sich beispielsweise Vereinsmitglieder von der Verpflichtung freikaufen, gemeinnützige Arbeiten verrichten zu müssen. Unternehmen wiederum umgehen auf diese Weise Regelungen, wonach sie eine vorgeschriebene Anzahl von Ausbildungs- oder Behindertenarbeitsplätzen bereithalten müssen. Und Paragraph 153a der Strafprozessordnung ermöglicht unter bestimmten Umständen sogar, mithilfe von Geld einer Strafverfolgung zu entkommen. Was macht dies alles mit uns — nicht nur als einzelne Bürger, sondern auch als Gesellschaft?

 

Sendetermin: Montag, 11. Oktober 2021, 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur.

Schöne, neue Welt?

Die Corona-Pandemie hat die Art verändert, wie wir arbeiten. Die Zahl derer, die als Crowdworker ihre Aufträge über Onlineplattformen bekommen, ist gestiegen. Viele IT-Spezialisten, Handwerker oder Werbetexter wissen die größere Flexibilität in Sachen Arbeitszeit, Verdienstmöglichkeit und Aufenthaltsort zu schätzen. Und auch Firmen profitieren, weil sie über digitale Wege auf das Know-How externer Fachkräfte zurückgreifen können. Aber die vermeintlich schöne, neue Arbeitswelt birgt auch Nachteile. So sind die neuen, flexiblen Mitarbeiter rechtlich und ökonomisch oft schlecht abgesichert. Droht Crowdworking zum Markt der Verlierer zu werden? Dies hinterfrage ich in einem 30-minütigen Wirtschaftsfeature.

 

Sendetermin: Dienstag, 29. Juni, 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur.

Eine Lange Nacht über die Vermessung der Welt

Im 21. Jahrhundert sind Google Maps & Co. längst fester Bestandteil unseres Alltags, die geographischen Daten der gesamten Erde quasi ständig auf Abruf verfügbar. Kaum aber jemand macht sich Gedanken darüber, welche Macht einzelne Karten ihren jeweiligen Besitzern seit jeher verleihen — von Seefahrern wie Christoph Kolumbus oder Vasco da Gama (für die die Routen ihrer Entdeckungstouren Schatzkarten im wahrsten Wortsinne waren) über Militärs (die Darstellungen strategisch wichtiger Einrichtungen und ganzer Städte streng unter Verschluss hielten oder verfälschten) bis hin zu den Anbietern moderner Navigationssysteme, die durch ihre Algorithmen heutzutage Verkehrsströme, Kaufkraft und Immobilienpreise in Städten entscheidend beeinflussen können. In einer "Langen Nacht" erzähle ich davon, wie Karten aller Art die Geschichte der Menschheit immer wieder neu ordnen.

 

Die Ursendung war am Samstag, dem 15. Mai 2021, auf Deutschlandfunk Kultur. Auf Wunsch teile ich das Passwort für den Download-Bereich meiner Website mit. Dort sind die drei Stunden als mp3 hinterlegt.