Wenn der Nachtigal stört

Die damalige Bundesentwicklungsministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, war 2004 das erste Mitglied einer deutschen Regierung überhaupt, welches um Entschuldigung für jenes Massaker bat, das deutsche Soldaten einhundert Jahre zuvor in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Südwest“ (heute: Namibia) begangen hatten. Mehr als ein Jahrzehnt später wiederum finden endlich konkrete Verhandlungen mit namibischen Vertretern über mögliche Reparations-Maßnahmen statt.

 

Deutlich schneller voran kommt die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialerbe auf zivilgesellschaftlicher Ebene. So sind in vielen Städten längst private Initiativen entstanden, die sich unter anderem für das Umbenennen von Straßen einsetzen, die die Namen ehemaliger Kolonialisten (wie etwa des Reichskommissars Gustav Nachtigal) tragen. Den Aktiven geht es dabei vor allem auch darum, die Verschränkungen von Geschichte und Gegenwart aufzuzeigen – und damit die Wechselbeziehungen von einem historischen „Kolonial-“ zu einem aktuellen „Postkolonial-Verständnis“. In meinem Feature berichte ich über den aktuellen Stand der Postkolonialismus-Debatte und lasse diverse Betroffene und Beteiligte zu Wort kommen.

 

Sendetermin: Freitag, 16. Juni 2017, ab 19.15 Uhr im Deutschlandfunk.

Zwei, die der Himmel geschickt hat

Obwohl ihr filmisches Schaffen von vielen Kritikern über Jahrzehnte hinweg eher abfällig bewertet wurde, sind Stan Laurel und Oliver Hardy zweifellos das berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte. Die "Lange Nacht" (Erstsendung: 2008) beschreibt die wechselvollen Karrieren der beiden begnadeten Schauspieler und was bis heute deren einzigartige Komik ausmacht. Vor allem aber macht sie deutlich, dass Stan und Ollie weitaus mehr waren als nur "Dick und Doof".


Sendetermin: In der Nacht von Freitag, den 11. August, auf Samstag, den 12. August 2017, ab 00.05 Uhr in Deutschlandfunk Kultur. Wiederholung am Samstag, den 12. August 2017, ab 23.05 Uhr im Deutschlandfunk.

"Sorgen Sie doch bitte dafür, dass ich etwas bekomme!"

Erwin Magnus (1881-1947) übersetzte in den 1920er Jahren fast das gesamte Werk des in Deutschland bis dahin nahezu unbekannten Autors Jack London aus dem Amerikanischen ins Deutsche. Die Rechte hatte er zuvor exklusiv von der Witwe des Schriftstellers erworben. Die deutschen Übersetzungen wurden schnell zu Bestsellern, so dass Magnus – dessen Honorare an die Verkaufszahlen gekoppelt waren – in Berlin zunächst ein wohlhabendes Leben führen konnte. Dies änderte sich schlagartig, als Hitler an die Macht kam: Der Jude Magnus erhielt Berufsverbot und emigrierte nach Skandinavien. Bevor er nach dem Krieg den Kampf um die ihm wärend der Nazizeit vorenthaltenen Tantiemen aufnehmen konnte, starb Erwin Magnus, völlig verarmt, am 31. März 1947 in Kopenhagen. Jahrelang führte seine Frau juristische Auseinandersetzungen mit den aktuellen deutschsprachigen Jack-London-Rechteinhabern – weitgehend vergeblich.

 

Sendetermin war der 31. März 2017. Auf der Website des Deutschlandfunks ist das Feature hier zum Nachhören hinterlegt.

Göttingen - das Hörbuch zur Stadt

Anfang Januar 2017 erschien GÖTTINGEN - DAS HÖRBUCH ZUR STADT, das ich im Auftrag eines Göttinger Unternehmers geschrieben habe. Auf zwei CDs erzähle ich darauf spannende, kuriose und heitere Geschichten und Anekdoten zur Universitätsstadt. Das Video zeigt den Erzähler des Hörbuchs, Dietmar Wunder, beim Vorlesen des Prologs. Die Doppel-CD ist hier zum Preis von 14,95 € erhältlich.