Die törichte Neigung, in der Welt herumzuschweifen

Im April 1719 veröffentlichte der Londoner Verleger William Taylor „Robinson Crusoe“. Das Manuskript stammte aus der Feder des damals bereits 59 Jahre alten Autors Daniel Defoe. Trotz seines recht hohen Preises war die erste Auflage bereits nach drei Wochen vergriffen. Ein weiteres Indiz für die Popularität des Buches war zudem die Tatsache, dass noch im selben Jahr nicht weniger als vier Raubdrucke erschienen — und schon 1720 die erste offizielle deutsche Ausgabe. Bis heute scheint „Robinson Crusoes“ Ruhm ungebrochen, hat es mit den „Robinsonaden“ doch sogar eine ganz eigene Literaturgattung geschaffen. 300 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Romans begibt sich die „Lange Nacht“ auf Spurensuche: Wieviel Fiktion und wieviel Wahrheit stecken in „Robinson Crusoe“? War Daniel Defoe nicht nur ein ausgemachter Vielschreiber, sondern vielleicht auch ein Rassist? Und was hat es eigentlich mit jener Hauptinsel des Juan-Fernández-Archipels auf sich, die seit 1966 die offizielle Bezeichnung „Robinson Crusoe Island“ trägt?

 

Sendetermin war am 17. August 2019 auf Deutschlandfunk Kultur und im Deutschlandfunk. Nachzuhören ist die Sendung hier im Stream.

Die im Dunkeln sieht man nicht

Mit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2007 rückten Schattenbanken erstmals in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Der Begriff bezeichnet Akteure auf den Finanzmärkten, die bankähnliche Funktionen wahrnehmen, jedoch nicht derselben Kontrolle und Regulierung unterworfen sind. Zu den Schattenbanken gehören beispielweise Geldmarkt- oder Hedgefonds sowie Kreditversicherungen. Da sich die regulären Banken aus riskanteren Anlagen zurückgezogen haben, übernehmen sie im weltweiten Finanzsystem inzwischen eine immer wichtigere Rolle. In den USA wird bereits die Hälfte aller Kredite von Schattenbanken vergeben, in Europa immerhin gut ein Drittel. Kritiker warnen, dass ihre Rolle unterschätzt wird, sie könnten der Ausgangspunkt der nächsten Finanzkrise sein.

 

Sendetermin war Dienstag, der 23. April 2019, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature ist hier per Stream und als mp3-Download zum Nachhören verfügbar.

300 Jahre Einsamkeit

Daniel Defoes „Robinson Crusoe“, erschienen im April 1719, gilt als erster Abenteuerroman der Weltliteratur — und entwickelte sich auf Anhieb zum Bestseller: Innerhalb von nur drei Monaten erschienen vier Auflagen, wenig später bereits diverse Raubdrucke sowie 1720 unter anderem zwei deutsche Übersetzungen. Zwar wird Defoes Werk — vor allem aufgrund regelmäßig vorgenommener, meist umfangreicher Kürzungen — inzwischen eher als Jugendbuch wahrgenommen, doch dient das Buch bis heute auch für viele andere Autoren als Inspirationsquelle. So erschienen im Laufe der vergangenen drei Jahrhunderte weltweit unzählige Werke von Nachahmern, die alle jeweils die Idee eines isolierten Individuums in ungewohnter Umgebung thematisierten beziehungsweise variierten. Längst gelten derlei „Robinsonaden“ als eigene Literaturgattung. In einem Literatur-Feature versuche ich, dem Faszinosum Robinson auf die Spur zu kommen.

 

Sendetermin war Freitag, der 12. April 2019, 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature ist hier als Stream und als mp3-Download zum Nachhören verfügbar.