Hörbuch: Die Strafdivision 999

Im Kriegswinter 1941/42 hatte die deutsche Wehrmacht hohe Verluste erlitten. So stellte das Oberkommando eine spezielle Kampfeinheit aus Männern zusammen, die zuvor als »Wehrunwürdige« gegolten hatten: politisch Vorbestrafte, Kriminelle, religiös Verfolgte. Sie bildeten die Strafdivision 999. In einer Truppenstärke von 16 000 wurden sie im Frühjahr 1943 nach Tunesien geschickt. Die Folgen für die Wehrmacht waren desaströs: Wo immer Soldaten der Strafdivision kämpften, ob in Afrika, später in Griechenland oder an der Ostfront, unterwanderten viele von ihnen die Verbände, liefen zu den »Feinden« über, unterstützten Widerstandskämpfer. Die Geschichte dieser zu Unrecht vergessenen Strafdivision habe ich in diesem Feature rekonstruiert.

 

Die Strafdivision 999 im Zweiten Weltkrieg
Das Schicksal der »Wehrunwürdigen« in der Wehrmacht

Erschienen im September 2017 im Ch. Links Verlag
Audio-CD, Laufzeit: 44 Minuten
ISBN: 978-3-86153-970-4

Zwei, die der Himmel geschickt hat

Obwohl ihr filmisches Schaffen von vielen Kritikern über Jahrzehnte hinweg eher abfällig bewertet wurde, sind Stan Laurel und Oliver Hardy zweifellos das berühmteste Komikerduo der Filmgeschichte. Die "Lange Nacht" (Erstsendung: 2008) beschreibt die wechselvollen Karrieren der beiden begnadeten Schauspieler und was bis heute deren einzigartige Komik ausmacht. Vor allem aber macht sie deutlich, dass Stan und Ollie weitaus mehr waren als nur "Dick und Doof".


Sendetermin war am Samstag, dem 12. August 2017, ab 00.05 Uhr in Deutschlandfunk Kultur. Die Sendung lässt sich hier nachhören.

Wenn der Nachtigal stört

Die damalige Bundesentwicklungsministerin, Heidemarie Wieczorek-Zeul, war 2004 das erste Mitglied einer deutschen Regierung überhaupt, welches um Entschuldigung für jenes Massaker bat, das deutsche Soldaten einhundert Jahre zuvor in der ehemaligen Kolonie „Deutsch-Südwest“ (heute: Namibia) begangen hatten. Mehr als ein Jahrzehnt später wiederum finden endlich konkrete Verhandlungen mit namibischen Vertretern über mögliche Reparations-Maßnahmen statt.

 

Deutlich schneller voran kommt die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialerbe auf zivilgesellschaftlicher Ebene. So sind in vielen Städten längst private Initiativen entstanden, die sich unter anderem für das Umbenennen von Straßen einsetzen, die die Namen ehemaliger Kolonialisten (wie etwa des Reichskommissars Gustav Nachtigal) tragen. Den Aktiven geht es dabei vor allem auch darum, die Verschränkungen von Geschichte und Gegenwart aufzuzeigen – und damit die Wechselbeziehungen von einem historischen „Kolonial-“ zu einem aktuellen „Postkolonial-Verständnis“. In meinem Feature berichte ich über den aktuellen Stand der Postkolonialismus-Debatte und lasse diverse Betroffene und Beteiligte zu Wort kommen.

 

Sendetermin war am Freitag, dem 16. Juni 2017, ab 19.15 Uhr im Deutschlandfunk. Die Sendung lässt sich hier nachhören.