Die im Dunkeln sieht man nicht

Mit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise 2007 rückten Schattenbanken erstmals in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit. Der Begriff bezeichnet Akteure auf den Finanzmärkten, die bankähnliche Funktionen wahrnehmen, jedoch nicht derselben Kontrolle und Regulierung unterworfen sind. Zu den Schattenbanken gehören beispielweise Geldmarkt- oder Hedgefonds sowie Kreditversicherungen. Da sich die regulären Banken aus riskanteren Anlagen zurückgezogen haben, übernehmen sie im weltweiten Finanzsystem inzwischen eine immer wichtigere Rolle. In den USA wird bereits die Hälfte aller Kredite von Schattenbanken vergeben, in Europa immerhin gut ein Drittel. Kritiker warnen, dass ihre Rolle unterschätzt wird, sie könnten der Ausgangspunkt der nächsten Finanzkrise sein.

 

Sendetermin war Dienstag, der 23. April 2019, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature ist hier per Stream und als mp3-Download zum Nachhören verfügbar.

300 Jahre Einsamkeit

Daniel Defoes „Robinson Crusoe“, erschienen im April 1719, gilt als erster Abenteuerroman der Weltliteratur — und entwickelte sich auf Anhieb zum Bestseller: Innerhalb von nur drei Monaten erschienen vier Auflagen, wenig später bereits diverse Raubdrucke sowie 1720 unter anderem zwei deutsche Übersetzungen. Zwar wird Defoes Werk — vor allem aufgrund regelmäßig vorgenommener, meist umfangreicher Kürzungen — inzwischen eher als Jugendbuch wahrgenommen, doch dient das Buch bis heute auch für viele andere Autoren als Inspirationsquelle. So erschienen im Laufe der vergangenen drei Jahrhunderte weltweit unzählige Werke von Nachahmern, die alle jeweils die Idee eines isolierten Individuums in ungewohnter Umgebung thematisierten beziehungsweise variierten. Längst gelten derlei „Robinsonaden“ als eigene Literaturgattung. In einem Literatur-Feature versuche ich, dem Faszinosum Robinson auf die Spur zu kommen.

 

Sendetermin war Freitag, der 12. April 2019, 19.30 Uhr, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature ist hier als Stream und als mp3-Download zum Nachhören verfügbar.

Die Ware Leben

‚Felix und Felka‘, ein Roman über das deutsch-jüdische Malerehepaar Felix Nussbaum und Felka Platek, ‚Stan‘ über den Komiker Stan Laurel oder ‚Mary Shelley‘ über die Autorin von ‚Frankenstein‘ haben eines gemeinsam: Sie stehen stellvertretend für ein spezielles Literaturgenre, das immer mehr an Bedeutung gewinnt. Romanbiografien nähern sich realen, meist historischen Persönlichkeiten stilistisch mit einer Mischung aus Fakten und Fiktion. Bisweilen werden die Verfasser von einem Verlag sogar ausdrücklich darum gebeten, ihre jeweilige Biografie nicht etwa als Sachbuch, sondern in Romanform abzufassen. Worin liegt sowohl aus Autoren- wie aus Verlagssicht der Reiz, aber auch das Risiko dieses in letzter Zeit in Mode gekommenen Genres? Darüber berichte ich in meinem 30-minütigen Literaturfeature.

 

Sendetermin war Freitag, der 28. Dezember 2018, auf Deutschlandfunk Kultur. Das Feature kann man hier nachhören.

"Dann macht es bumm!"

Die beiden „Volkskulturen“ Fußball und populäre Musik führen seit rund einhundert Jahren eine innige Beziehung. Wer vermag sich heutzutage beispielsweise noch einen Verein vorzustellen, der nicht über eine eigene Hymne verfügt? Und kein WM-Turnier ohne eigenen Song. Dabei hat das Singen über Fußball im Laufe der Zeit einen Wandel vollzogen: vom allgemeinen Loblied auf den Sport und seine Spieler hin zur Ode an konkrete Helden und Mannschaften. Mit dem Aufblühen der Schlager- und Popmusik fühlten sich immer mehr Spieler dazu aufgerufen, selbst eine Platte einzusingen. Umgekehrt frönen diverse professionelle Musiker mit Inbrunst ihrer Fußball-Leidenschaft. So ließ sich Sir Elton John einst sogar zum Präsidenten seines Lieblingsvereins ernennen. Meine Sendung beleuchtet die historischen und soziologischen Hinter- und Abgründe einer oft skurrilen Symbiose.

 

Sendetermin war Sonntag, der 14. Oktober 2018, im Deutschlandfunk. Das Feature ist hier zum Nachhören und Download abrufbar.

Bitte bedienen Sie sich selbst

Als Autofahrer betanken wir unsere Fahrzeuge selbst, bei Ikea scannen wir die Preisschilder der Möbel eigenhändig ein, Bankgeschäfte erledigen wir am Rechner - und im Coffeeshop übernehmen wir wie selbstverständlich das Abräumen des Geschirrs, obwohl der Kaffee dort nicht selten sogar teurer ist als im Café mit Bedienpersonal. Der anhaltende Trend zum 'Do it yourself' wird uns Verbrauchern oft als Vorteil verkauft, quasi als Beleg für unsere Mündigkeit. Doch stimmt das? Der Soziologe Craig Lambert belegt, dass die um sich greifende Manie der Selbstbedienung nicht nur uns Kunden Zeit kostet, sondern auch Arbeitsplätze vernichtet.

Sendetermin war Dienstag, der 28.08.2018, 19.30 Uhr, auf Deutschandfunk Kultur. Die Sendung lässt sich hier nachhören.

Wie macht man Geld?

Geld regiert die Welt, heißt es. Dabei erfüllt das Geld in einer Volkswirtschaft gleich drei Funktionen: Es ist Tauschmittel, Recheneinheit und Wertaufbewahrungsmittel. Und obwohl jeder von uns tagtäglich damit umgeht, bleibt Geld den meisten Menschen doch ein Rätsel. Dies gilt sogar für selbst ernannte Experten, von denen viele die letzte Finanzkrise nicht rechtzeitig haben kommen sehen. Anlässlich eines Besuchs am Finanzplatz Frankfurt/Main hinterfragt die Sendung im Gespräch mit Ökonomen, Bankern und Blockchain-Experten unter unter anderem, wie Geld überhaupt in Umlauf gebracht wird, ob dieses in absehbarer Zukunft eventuell durch so genannte Kryptowährungen ersetzt werden könnte — und ob angesichts der immer größer werden Kluft zwischen Arm und Reich vielleicht sogar eine völlig neue Geldordnung vonnöten ist.

 

Für eine vierteilige Wirtschaftsreihe, die sich mit Grundbegriffen der Volkswirtschaftslehre beschäftigt, habe ich eine 30-minütige Folge zum Thema GELD recherchiert und geschrieben. Sendetermin war Montag, der 23. April 2018, auf Deutschlandfunk Kultur. Die Sendung lässt sich hier nachhören.

 

Hörbuch: Die Strafdivision 999

Im Kriegswinter 1941/42 hatte die deutsche Wehrmacht hohe Verluste erlitten. So stellte das Oberkommando eine spezielle Kampfeinheit aus Männern zusammen, die zuvor als »Wehrunwürdige« gegolten hatten: politisch Vorbestrafte, Kriminelle, religiös Verfolgte. Sie bildeten die Strafdivision 999. In einer Truppenstärke von 16 000 wurden sie im Frühjahr 1943 nach Tunesien geschickt. Die Folgen für die Wehrmacht waren desaströs: Wo immer Soldaten der Strafdivision kämpften, ob in Afrika, später in Griechenland oder an der Ostfront, unterwanderten viele von ihnen die Verbände, liefen zu den »Feinden« über, unterstützten Widerstandskämpfer. Die Geschichte dieser zu Unrecht vergessenen Strafdivision habe ich in diesem Feature rekonstruiert.

 

Die Strafdivision 999 im Zweiten Weltkrieg
Das Schicksal der »Wehrunwürdigen« in der Wehrmacht

Erschienen im September 2017 im Ch. Links Verlag
Audio-CD, Laufzeit: 44 Minuten
ISBN: 978-3-86153-970-4